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5. SÜ / DAS WARTEN (DIE ERNÄHRUNG) ________________________________________________________
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Oben Kan, das Abgründige, das Wasser, der Wolken Mehrung Unten das Schöpferische, der Himmel, wo die Wolken treiben, Die immer höher steigen, bis sie zu Niederschlägen neigen
Alle Wesen bedürfen der Nahrung von oben. Aber das Spenden der Speise ist mit der rechten Zeit verwoben; diese Zeit muss man erwarten, da hilft kein Jammern und kein Toben; nur das Wartenin der Gewissheit: 'Alles Gute kommt von oben'. Das Zeichen zeigt die Wolken am Himmel, die den Regen spenden, der alles Gewächs erfreut und den Menschen mit Speise und Trank versieht. Dieser Regen wird kommen, zu seiner Zeit und unter allen Umständen. Man kann ihn nicht erzwingen, sondern muss darauf warten, was geschieht. Der Gedanke des Wartens wird außerdem unentwegt durch die Eigenschaften der beiden Urzeichen nahegelegt: innen ist die Stärke, davor ist die Gefahr. Stärke vor Gefahr überstürzt sich nicht fürwahr, sondern kann warten, und zwar von früh bis spät, während Schwäche vor Gefahr in Aufregung gerät, sich mit unnützen Bewältigunssystemen herumquält, mit anderen Worten: ihr die Geduld zum Warten fehlt.
DAS URTEIL
Das Warten und warten; da hilft kein Händeringen. Wenn du wahrhaftig bist, so hast du Licht und Gelingen. Beharrlichkeit bringt Heil. In Wahrhaftigkeit verkehren. Fördernd ist es, das 'Große Wasser' zu durchqueren.
Das Warten ist kein leeres Hoffen, sondern ein Lebenszeichen. Es hat die innere Gewissheit, sein Ziel zu erreichen. Nur diese innere Gewissheit gibt das Licht, das allein zum Gelingen führt durch die wahre Zukunftszuversicht. Das führt zu Beharrlichkeit, die Heil bringt und die Kraft verleiht, das große Wasser zu durchqueren, entschlossen und zur rechten Zeit. Eine Gefahr liegt vor einem, die überwunden werden muss. Schwäche und Ungeduld vermögen nichts, doch bringen nur Verdruss.
Nur wer stark ist und geistesgegenwärtig wird mit seinem Schicksal fertig, denn er kann im Strom der Zeit ausharren infolge der inneren Sicherheit. Diese Stärke, dieser Schneid, zeigt sich in unerbittlicher Wahrhaftigkeit. Nur wenn man den Dingen, Tag für Tag, so wie sie sind, ins Auge zu schauen vermag, ohne jeden Selbstbetrug und Illusion, entwickelt sich aus den Ereignissen ein Licht der Intuition, ein Licht, das wie ein geistiges Geäst den Weg zum Gelingen dann auch erkennen lässt. Diese Erkenntnis muss in allen Kategorien entschlossen ein beharrliches Handeln nach sich ziehen. Denn nur wenn man entschlossen und geistesgegenwärtig seinem Schicksal entgegengeht, wird man damit fertig. Dann kann man das große Wasser durchqueren und doch sichergehen, d.h. die Entscheidung treffen und die Gefahr bestehen.
DAS BILD
Die Wolken steigen zum Himmel hinauf: Das Bild des Wartens in der Zeiten Lauf. So isst und trinkt der Edle gescheiter, ist immerzu guter Dinge und heiter.
Wenn die Wolken schließlich am Himmel aufsteigen, so ist das ein Zeichen, d. h. bald wird sich Regen zeigen. Da lässt sich nun weiter nichts Machen als warten. Bis der dann Regen fällt, ergründe man die Tarotkarten. So ist es auch im Leben, wenn sich ein Schicksal vorbereitet. Solange die Zeit noch unerfüllt vorüberschreitet, soll man nicht sorgen und durch eigenes Machen und Eingreifen so die Zukunft gestalten wollen, sondern in Stille reifen, in Ruhe und im rechten Zeitvertreib Kraft sammeln durch Essen und Trinken für den Leib, was sich als überaus wichtig erweist, sowie durch Heiterkeit und Guter-Dinge-Sein für den Geist. Das Schicksal kommt im Hauch der Großen Zeit ganz von selbst, und dann ist man bereit. |