38 Der Gegensatz 睽 kúi

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38 Der Gegensatz 睽 kúi

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38. KUI / DER GEGENSATZ

 

▬▬▬▬▬▬▬      (Der falsche Dreh)

▬▬▬   ▬▬▬      Oben Li, das Haftende,

▬▬▬▬▬▬▬      unten Dui, der See

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38. KAPITEL / KUI / DER GEGENSATZ / DER KONTRAST

 

Die Zeit geht aufrecht unter ihrer Last (Shakespear, Sturm)

 

Das Zeichen Kui, der Gegensatz, der auch als 'Kontrast' in Reimen verfasst, besteht aus dem oberen Urzeichen Li, das Feuer, das nach oben flammt seit anno Domini, und dem Urzeichen Dui, der See, drunten, der immer weiter abwärts sickert bis letztlich durch nach unten. Diese Bewegungen, die fehl am Platz, stehen zueinander im Gegensatz. Ferner ist die dritte Tochter Dui und die zweiteTochter Li. Sie wohnen zwar im selben Haus, einigen sich aber nie. Denn sie gehören verschiedenen Männern an, und ihr Wille ist daher nicht gemeinsam, sondern auf Gegensätzliches gerichtet, wodurch sich der Kontrast immer mehr verdichtet, was wiederum im Hauch der Zeit den Gegensatz vergiftet.

 

DAS URTEIL

 

Der Gegensatz. In kleinen Sachen Heil.

Nichts ist ganz unmöglich, kniet man sich nun ins Detail.

 

Wenn die Menschen in Gegensatz und Entfremdung leben, so lässt sich ein großes gemeinsames Werk nimmer ausführen. Denn die Gesinnungen sind zurzeit zu weit auseinander gelegen. Vor allem aber darf man den Kontrast nicht schüren, indem man schroff oder grob vorgeht und den Kontrast so verschärft, weil das nur aus der Bahn wirft und die einzelnen Linien nervt.

 

Darum muss man sich beschränken auf allmähliche Wirkungen im Kleinen. Hier lässt sich noch Heil erwarten! Die Lage ist zwar nicht im Reinen, doch das Leben ist ein Fluss, der da immer weiterfließt, sodass auch der Gegensatz nicht jede Verständigung ausschließt.

 

Der Gegensatz, der, ist er auch genial gereimt, insgemein jedoch als Hemmung erscheint, hat aber als polarer Gegensatz innerhalb eines umfassenden Ganzen dennoch Platz, auf Grund seiner guten und wichtigen Funktionen und dem dementsprechenden Einfluss auf alle Positionen. So ermöglicht der Gegensatz in der sichtbaren Welt prompt eine Sonderung in Arten, durch die Ordnung in die Welt kommt.

 

DAS BILD

 

Oben das Feuer, unten der See: das Bild des Gegensatzes,   des Kontrasts, hält hier Entree. So behält der Edle bei aller Gemeinsamkeit, bei aller Gemeinschaft, seine Besonderheit.

 

Genauso wie die beiden Urelemente Feuer und Wasser, auch wenn sie beisammen sind, sich nimmer vermischen, nicht mal für wenige Momente, sondern sich dagegen geschwind wie der Wind stets in ihre Komponente aufspalten und dabei dennoch ihre eigene Natur beibehalten, so wird der gebildete Mensch nicht vergessen auch durch Verkehr und gemeinsame Interessen mit anders gearteten Menschen sich nie dahin bringen zu lassen, dass er sich gemein macht, sondern im Gegenteil erfassen bei aller Gemeinsamkeit in einer Weise zu verfahren, bei der er doch immer seine Eigenart wird wahren.