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45. TSUI / DIE SAMMLUNG
▬▬▬ ▬▬▬ Oben Dui, der See, das Heitere, ▬▬▬▬▬▬▬ die Entspannung. Unten Kun, ▬▬▬▬▬▬▬ das Empfangende, die Erde ▬▬▬ ▬▬▬ in ihren besten Tagen. Hier ▬▬▬ ▬▬▬ betritt die Zeit den Schauplatz ▬▬▬ ▬▬▬ großer Schicksalsfragen
Gar keine Frage! In einer Vielzahl von Bereichen lässt sich dieses Zeichen mit dem Zeichen Bi vergleichen. Nämlich Bi, (Nr. 8), das Zusammenhalten insgesamt, ist nach Form und Bedeutung mit der Sammlung verwandt. Dort das Wasser über der Erde, hier ist es ein See als der Sammlungspunkt des Wassers, daher dass die Idee der Sammlung durch diese Bereicherung in spezifischen Bereichen noch stärker ausgedrückt ist als in jenem Zeichen.
Derselbe Grundgedanke ergibt sich auch aus dem verdoppelten Entsatz der zwei starken Striche auf viertem und auf fünftem Platz. Während dort nur ein einziger Strich, von dem die Suggestivkraft ausgeht, an fünfter Stelle inmitten aller Schwachen steht.
DAS URTEIL
Die Sammlung. Gelingen. Sie statuiert ein Exempel. Der König naht sich inzwischen seinem Tempel. Fördernd ist es, sicher zu gehen, um im Hauch der Zeit den Großen Mann zu sehen. Außerdem ist fördernd Beharrlichkeit. Das bringt Gelingen. Es schafft Heil, ist man imstande große Opfer darzubringen. Fördernd ist es sodann, etwas zu unternehmen, zum Beispiel Nützliches verknüpfen mit dem Angenehmen.
Die Sammlung der Menschen in größeren Gemeinschaften ist also entweder eine natürliche, wie innerhalb der Familie, oder eine künstliche wie im Staat, wo alle haften; wo der Sammelpunkt der Sammlung liebst in eigener Immobilie. Die Familie sammelt sich um den Vater als ihr Oberhaupt. Die Fortsetzung dieser Sammlung vollzieht sich durch die Ahnenopfer, bei denen sich der gesamte Clan echt versammelt glaubt; dessen gesammelte Andacht die Hinterbliebenen zusammenklaut.
Die Ahnen werden durch die so gesammelte Andacht der Hinter-bliebenen in ihrem Geiste konzentriert, so wird ihre Zerstreuung unmöglich gemacht, und lösen sie sich nicht auf, wie das ansonsten wohl passiert. Wo immer die Menschen gesammelt werden sollen, spielen religiöse Kräfte ganz wesentliche Rollen. Wo die Menschen gesammelt werden sollen, bedarf es religiöser Kräfte; aber es muss auch ein menschliches Haupt als Mittelpunkt der Sammlung da sein. Um andere sammeln zu können, bedarf es mehr als nur Geschäfte; muss dieser Mittelpunkt der Sammlung erst in sich selbst gesammelt sein.
Nur durch gesammelte moralische Kraft lässt sich die Welt einigen und erfassen. Solche großen Einigungszeiten werden dann auch dauerhaft ihre Spuren in Form großer Werke hinterlassen. Das ist der Sinn der großen Opfer, die hier angebracht; man merke: auch auf weltlichem Gebiet bedarf es in Zeiten der Sammlung großer Werke.
DAS BILD
Der See ist oberhalb der Erde: das Bild der Sammlung ohne Schraffen. Um Unvorhergesehenem zu begegnen, erneuert der Edle seine Waffen.
Sammelt sich dann das Wasser im See, sodass er über die Erde emporsteigt, so ist damit seit eh und je ein drohender Durchbruch angezeigt. Dagegen muss man die rechten Maßnahmen treffen. Auch Geld und Güter darf man nicht pausenlos nur scheffeln.
So entsteht auch leicht Streit, wo Menschen sich in großer Anzahl sammeln; Raub entsteht leicht, wo große Mengen Güter gammeln. Darum muss man sich in Zeiten der Sammlung rechtzeitig rüsten; um Unerwartetes abzuwehren reicht es nicht, sich nur zu brüsten. Das Leid auf Erden kommt meist durch unerwartete Ereignisse, gegen die man unnötigerweise nicht gerüstet ist. Ist man gefasst, so lässt es sich, je nach Lage der Verhältnisse, verhüten, solange man jenen die rechten Vorkehrungen anmisst. |