01 Das Schöpferische 乾 qián

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01 Das Schöpferische 乾 qián

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1. KIËN / DAS SCHÖPFERISCHE

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ERSTES KAPITEL: KIËN, DAS SCHÖPFERISCHE, DER HIMMEL

 

Der Drache und der Himmelsschimmel befinden sich im Wolkengewimmel

 

Das Zeichen Kiën besteht im Wesentlichen aus sechs ungeteilten  geraden Strichen. Die ungeteilten Striche entsprechen beispielhaft der lichten, starken, geistigen, tätigen Urkraft. Dieses Zeichen ist in jeder Prozedur ganz einheitlich stark in seiner Natur. Es ist frei von jeder Schwäche, Kern seiner Eigenschaften: Kraft. Sein Bild ist der Himmel, wo Raum und Zeit Bewegung schafft. Diese Kraft wird demnach dargestellt, so wie sie sich im Raum verhält, und zwar sowohl im Weltenraum als auch in der Menschenwelt, als nimmer gebunden an bestimmte räumliche Verhältnisse, und wird darum aufgefasst als Bewegung bis hin ins Ungewisse.

 

Als Grundschlag der Bewegung (als Grundschlag großer Macht) kommt die Zeit hier in Erwägung und ihr Geist in Anbetracht. Auf diese Weise wird die Macht der Zeit und die Macht des Beharrens auf Ewigkeit, die Dauer, der ganze Umfang dieser Macht, in diesem ersten Zeichen zum Ausdruck gebracht.

 

Bei der Erklärung des Zeichens ist beim Benachrichtigen dennoch durchgehend eine doppelte Bedeutung zu berücksichtigen. A: Die makrokosmische Bedeutung, B: Die Wirkung in der Menschenwelt. Auf das Weltgeschehen recht angewandt wird in diesem Zeichen dargestellt, das enorm-starke schöpferische Wirken der Gottheit insgesamt.

Auf menschliche Verhältnisse übertragen angewandt zeigt es die schöpferische Tätigkeit des Heiligen und des Weisen Hand, des Herrschers und Führers der Menschen der Welt, dessen Kraft ihr höheres Wesen weckt und entwickelt.

Das Zeichen ist von A - Z dem vierten Monat (Mai-Juni) zugeordnet, wenn zurzeit von früh bis spät, die lichte Kraft auf ihrer Höhe steht, noch ehe dann, vom Planetenlauf bestimmt, die Sonnenwende den Rückgang des Jahrs beginnt.

 

DAS URTEIL

 

Das Schöpferische wirkt erhabenes Gelingen.

Fördernd durch Beharrlichkeit [um Gelingen zu bedingen].

 

Ganz wie im Orginal, so wie in Stereo & Dual, sind die hier genannten Eigenschaften paarweise integral. Für den, der nun dieses Orakel gewinnt, bedeutet dies natürlich dass ihm unbedingt Gelingen aus den Urtiefen des Weltgeschehens einst prompt zuteil werden wird, und dass alles darauf ankommt, dass er ausschließlich, einzig und allein durch Beharrlichkeit im Rechten, so sein und anderer Glück sucht, bis er dann Erfolg verbucht, bis ihm aus den Urtiefen der Welt schließlich das Gelingen seines Strebens in den Schoß fällt. Und dass es in erster Linie vor allen Dingen drauf ankommt, dass er ausschließlich einzig durch Beharrlichkeit vorankommt, nur so sein Glück und das der andern suche, damit er einesTages sein Streben nicht verfluche.

 

Sehr früh hat sich das Nachdenken gebannt den vier Eigenschaften in ihrer Sonderbedeutung zugewandt. Das chinesische Wort, das hier mit >> erhaben << wiedergegeben, bedeutet eigentlich 'Haupt,  Ursprung, groß'. Darum heißt es in den Erklärungen des Kungtse eben: die schöpferische Urkraft wirkt gar wahrlich uferlos! 'Groß wahrlich ist des Schöpferischen Ursprungskraft, die aller Wesen Anfang überhaupt möglich macht; ihm erst haben alle Wesen ihren Anfang zu verdanken; sie durchdringt den ganzen Himmel und kennt álle Schranken.' Denn just diese Ursprungskraft wird unaufhaltsam weiterwandern, und so durchdringt diese erste Eigenschaft auch die drei andern.

Der Anfang aller Dinge in diesem Geschehen liegt zurzeit noch im Jenseitigen in der Form von Ideen, die mit Hilfe von interaktiven Redeflüssen jedoch noch rechtzeitig verwirklicht werden müssen. Aber im Schöpferischen lebt auch die Kraft, die es im Zuge der Zeit schließlich möglich macht, diesen Urbildern der Ideen Gestalt zu verleihen. Bezeichnenderweise lässt man dies dem Wort 'Gelingen' angedeihen.

 

Dieser Vorgang widerspiegelt ein der Natur entnommenes Bild (vgl. Genesis 2:1 und weiter, wo genau dás Gleiche(nis) gilt). 'Die Wolken gehen, und der Regen wirkt, und alle einzelnen Wesen strömen ein in ihre Gestalt; werden sozusagen auf ein Normalformat umzirkt durch die Kraft der Schöpferischen Allgewalt.'

 

Auf die Welt der Menschen angewandt, zeigen so als recht relevant diese Eigenschaften einem großen Mann den Weg, der ihn zu großen Erfolgen führen kann. 'Weil er mit großem Scharfblick die Wirkung und den Ursprung kennt; zur rechten Zeit, die Höchste der sechs Stufen rauf und runter rennt, auf welchen er zur rechten Zeit wie auf sechs Drachen gen Himmel fährt, um dort sein Heil zu machen.' Die sechs Stufen im Zeichen sind quasi Standardsituationen. Es sind die sogenannten sechs Einzelpositionen, die weiter unten, wo immer auf Erden, unter dem Bild von Drachen dargestellt werden. Auf den Weg in den Erfolg wird hier als dementsprechend relevant das Erkennen und Verwirklichen des Universellen Sinnes genannt, der als durchlaufendes Gesetz, das Anfang als auch Ende birgt, alle zeitlich bedingten Erscheinungen bewirkt. So wird jede erreichte Stufe als Überleitung zugleich für die nächste die Vorbereitung, und die Zeit ist dann kein Hemmnis mehr ad infinitum, sondern das Mittel zu des Möglichen Verwirklichung.

 

Nachdem, und das vor allen Dingen durch die beiden Eigenschaften erhaben und Gelingen, unerhört einprägsam der Schöpfungsakt zum Ausdruck kam wird im Anschluss sachlich und wahrlich an die beiden Ausdrücke ''fördernd'' und ''beharrlich'', d. h. wortwörtlich, also der Linguist: 'Schaffend, was das dem Wesen entsprechende ist' bzw. (sogar im Tiefsten Wild West), auch hier wortwörtlich 'recht und fest', das Werk der Erhaltung (zu dem das Schöpferische neigt) als fortlaufende sich verwirklichende Ausgestaltung aufgezeigt. Der Lauf des Schöpferischen, am Himmelsbogen abzulesen, verändert und gestaltet jedes einzelne Wesen, bis jedes dann seine rechte ihm bestimmte Natur erlangt, auch wenn auf dem Weg dorthin die Kreatur mal etwas schwankt, hält sie dann in Eintracht mit der großen Harmonie, zeigt sich so 'Fördernd durch Beharrlichkeit' in jeder Kategorie und dann bewahrt er sie bis hin zum größten Aas in Übereinstimmung mit dem großen Gleichmaß.

 

Übertragen auf das allgemeine menschliche Gebiet ergibt wie der Große Mann sich in seine Sache kniet, und wie es ihm durch seine ordnende Tätigkeit gelingt, dass er der Welt so den Frieden sowie Sicherheit bringt. Indem er sich, gut beschlagen und belesen, mit seinem Haupt erhebt über die Menge der Wesen, kommen frei von allem irrelevanten Getue alle Lande zusammen in Ruhe.

 

Eine andere Spekulation (quasi aus der Retorte) geht dann mit der Trennung, und zwar der Worte >> erhaben, Gelingen, fördernd, beharrlich << noch weiter und setzt sie (sicherlich gelegentlich) in Parallele, und zwar zu Den 'Vier' Menschlichen Kardinaltugenden, und nimmt sie ins Visier. Der >> Erhabenheit <<, die zugleich als Grundprinzip alle andern Eigenschaften mit einschließt fürlieb, wird die Liebe zugeordnet. Der Eigenschaft >> Gelingen << wird die Sitte zugeordnet, die die Ordnung wird erringen in den Äußerungen der Liebe und diese Äußerungen gut durchdacht ordnet, organisiert und darum erfolgreich macht. Der Eigenschaft >> fördernd <<, quasi als Antriebskraft, wird die Gerechtigkeit zugeordnet, die Zustände schafft, in denen jedermann auf der ganzen Welt das seinem Wesen Entsprechende, was ihm gebührt und sein Glück ausmacht, erhält. Der Eigenschaft der >> Beharrlichkeit << wird hier ganz evident die Weisheit zugeordnet, die die festen Gesetze erkennt, und zwar allen Geschehens, und das Tag für Tag, und darum dauernde Zustände zu schaffen vermag.

 

Diese Spekulationen, die schon im Aufsatz Wen Yen im zweiten Teil des Buchs der Wandlungen angeregt sind haben dann die Brücke hervorgerufen auf der die Philosophie der fünf Wandlungsstufen (Elemente), so wie sie verankert ist im Buch der Urkunden, mit der Philosophie des Buchs der Wandlungen ward verbunden, die rein auf der polaren Zweiheit unter Obhut von positiven und negativen Prinzipien beruht, wodurch dann auch im Lauf der Zeit und mit dem nötigen Geschick Tür & Tor geöffnet für eine immer weitergehende Zahlensymbolik.

 

Das Schöpferische bewirkt ohne vieles Federlesen den Anfang und die Zeugung aller Wesen. Man kann es daher in den verschiedenen Bereichen als Himmel, lichte Kraft, Vater oder Herr bezeichnen. Ob das Schöpferische im Chinesischen, das ist hier die Frage, so wie Zeus bei den Griechen als strikt persönlich ist gedacht, zieht das Chinesentum als Antwort in dieser Lage überhaupt gar nicht mal als das Wichtigste in Betracht. Das Göttlich-Schöpferische ist für gewöhnlich in ihren Augen sozusagen überpersönlich. Es macht sich immer nur bemerkbar, wird fühlbar und konkret, durch seine übermächtige Aktivität. Wohl hat es sozusagen ein Äußeres, einen Anschein. Das ist der Himmel, und auch für den gilt insgemein, er hat wie alles Lebende ein seelisches Selbstbewusstsein. Das nun ist Gott (Der Höchste Herrscher). Allein, ohne zu vermischen, ganz objektiv redet man von dem allen als dem Schöpferischen.

 

DAS BILD

 

Die Bewegung des Himmels ist sinngemäß und beispielhaft für eine Bewegung in voller Wucht aus reiner Kraft. So macht sich auch der Edle im Hauch der Zeit só stark, dass er sowohl unermüdlich wird als auch autark.

 

Da es nur einen Himmel gibt, als Bild hat Kiën den Himmel, besagt Verdoppelung von Kiën, Bewegung oder Wolkengewimmel. Eine komplette Kreisbewegung des Himmels ist ein ganzer Tag. Die Verdoppelung besagt, dass jedem Tag der nächste folgen mag. Dies weckt den Eindruck einer Zeit voller kraftvoller, dauerhafter Tätigkeit, da es ja stets derselbe Himmel bleibt, in und sogar über der Zeit, der sich mit unermüdlicher Kraft bewegt, eine Bewegung, die nie stillesteht, die immer wieder weitergeht, jahrein, jahraus, von früh bis spät, die sozusagen niemals schlapp macht, so wie ununterbrochen der eine Tag den nächsten jagt.

 

Der Weise nimmt sich im Zuge seiner Wertarbeit dies zum Vorbild, und er entwickelt sich soweit, dass auf Grund seiner Vitalität eine dauerhafte Wirkung von ihm ausgeht. Er muss sich daher, um diese Wirkung zu entfachen ganz einheitlich, so wie aus einem Guss, stark machen, indem er dabei auf die Dauer eine Persönlichkeit entfaltet, die alles Niederziehende, Minderwertige bewusst ausschaltet. So gewinnt er die Unermüdlichkeit der Heiligen und Weisen, die beruht auf einem Wirken in geschlossenen Tätigkeitskreisen.